Allgemeine Themen, Nichtbinär

dey

Vor rund sechs Jahren habe ich mich erstmals als nichtbinäre Person geoutet – und bin sehr glücklich damit. Allerdings muss ich mit etwas Staunen feststellen, dass meine Identität selbst im engeren Familien- und Freundeskreis noch immer nicht so richtig ernst genommen wird. Vielleicht akzeptiert man es eher als „Spinnerei“? – Das muss anders werden!

Sehr deutlich bemerke ist diese mangelnde Akzeptanz im Alltag daran, wie ich angesprochen werde. Meist werde ich immer noch ausschließlich bei meinem ersten Vornamen genannt. Hallo? Wozu habe ich vor einem Jahr aufwendig eine offizielle Namensmänderung eintragen lassen? Ich heiße Peter Carla – so viel Zeit muss sein.

Und praktisch durchweg werde ich misgendert. Das fand ich am Anfang nicht so schlimm und erst mal verzeihlich – aber inzwischen geht mir diese Ignoranz doch gehörig auf den Keks. Nein: Ich bin nicht „Herr B*“. Wohlgemerkt: Ich glaube Euch ja, das das nicht bös gemeint ist. Aber es ist schon nachlässig – oder eine „alte Gewohnheit“ oder der mangelnde Wille, mich anders wahrzunehmen, als Ihr mich abgespeichert habt. Doch wir alle gewinnen dabei – denn es geht mir besser mit einer wertschätzenden Ansprache, und das werdet Ihr auch bemerken.

Ich freue mich also, wenn ich künftig zunehmend richtig angesprochen werde. Und damit das klappt, hier ein paar Tipps dazu.

  1. Mein Name ist Peter Carla. Beide Bestandteile meines Vornamens gehören zusammen, als ob zwischen ihnen ein Bindestrich stehen würde.
  2. Mein Pronomen ist dey. Wie dieses Neopronomen verwendet wird, könnt Ihr zum Beispiel hier von Janboris Rätz erfahren (verlinkt in Instagram). Mehr zum allgemeinen Hintergrund dazu hier. Alternativ könnt Ihr natürlich Pronomen auch ganz vermeiden und zum Beispiel stattdessen meine Vornamen verwenden.
  3. Mein Geschlecht ist nichtbinär. Ich bin also kein Mann – und auch keine Frau. Die entsprechenden Zuweisungen akzeptiere ich deshalb höchstens als „Dienstbezeichnung“ von meiner Frau 😉 Bitte keine Diskussionen über mein „eigentliches“ oder „biologisches“ Geschlecht oder ähnliches Aluhut-Gedöns. Bitte informiert Euch zum Thema – zum Bespiel hier. Allgemeines zur Geschlechtsidentität findet Ihr hier (beides in Wikipedia). Zum rechtlichen und internationalen Hintergrund gibt es hier weitere Informationen (Deutsches Institut für Menschenrechte).
  4. Gern beantworte ich Fragen zu meiner Identität. Aber ich werde ungern angeglotzt – das stört vor allem meine mich eventuell gerade begleitende Familie. Und ich benötige auch keine Belehrungen, wer ich „eigentlich“ sei oder wie ich mich bitteschön anzuziehen hätte. Dazu gibt es nur eine Antwort: Wenn Du dich darin wohlfühlst, bist Du glücklich!

Es macht mich nämkich wirklich glücklich, meine wahre Identität gefunden zu haben und sie auch zeigen zu können. Freut Euch mit mir – und Eure Wertschätzung hilft mir dabei.

Schaut Euch „meine Hymne“ dazu an – sie stammt von der Liedermacherin Sarah Lesch mit Ihrem Song „dey„.

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